Blog 1. Ausbildungstag Tier-Shiatsu-Therapeutin – die ersten Shiatsu-Techniken und das Element Wasser

Am 19. Juni startete der neue Lehrgang zur Ausbildung als Tier-Shiatsu-Therapeutin bei der AKARI Schule in Flaach. Ganz aufgeregt fieberte ich diesem Tag entgegen. Hatte ich mich doch schon vor Monaten für diese Ausbildung entschieden.

Wir sind 12 ganz tolle Frauen und eine sehr sympathische und kompetente Lehrgangsleiterin. Wie auch bei meiner letzten Ausbildung sind nicht nur ganz unterschiedliche Jahrgänge vertreten sondern auch viele Berufsgattungen und ich freue mich sehr darauf die nächsten 2 Jahre mit diesen großartigen Frauen verbringen zu dürfen.

Da die Ausbildung auch viel Praxis mit Hunden beinhaltet, hatte fast jede Teilnehmerin ihren Hund dabei. Und obwohl es total 8 Hunde waren, war es im Klassenzimmer extrem ruhig und angenehm.
Nachdem sich jede kurz vorgestellt hatte, ging es sogleich in die Praxis mit den Hunden.
 

Aber zuerst, was ist Shiatsu überhaupt?
Shiatsu ist eine in Japan entwickelte manuelle Therapie und bedeutet übersetzt "Fingerdruck". Die Ursprünge liegen aber im TCM.
Hierbei spielt auch wieder das Qi (Lebensenergie) eine wichtige Rolle. Wer meine früheren Beiträge gelesen hat, weiß bereits dass das Qi in sogenannten Meridianen durch den Körper eines jeden Lebewesens fließt.
Ziel einer Shiatsu-Behandlung ist es immer den Energiefluss in den Meridianen positiv zu beeinflussen. Dadurch werden wiederum die Selbstheilungskräfte des Körpers mobilisiert. Wie das genau geht, dürft ihr hier in den nächsten 2 Jahren mitverfolgen.

Bevor es am Samstag daran ging die ersten Schritte in der Praxis zu tun, durften wir ein gemeinsames, kurzes Qi-Gong genießen. Nicht nur der Patient ist wichtig, sondern ebenso der behandelnde Therapeut. Ist dieser nicht in seiner Mitte und "geerdet" so nützt die Therapie nur halb so viel. Ich freue mich schon darauf im Laufe der nächsten 2 Jahre diverse Werkzeuge hierzu an die Hand zu bekommen. Und da wäre wieder eines meiner Lieblingsthemen: Die Energie folgt der Aufmerksamkeit...
Danach durften wir uns jeweils zu zweit bei den Hunden auf den Boden setzen. Mich zog es sofort zur kleinen Hündin unserer Ausbilderin hin. Sobald ich morgens den Raum betrat, hatte sie mich im Blick.

Mit der ersten Technik dem "Abschäumen" lernten wir, dass es keiner Berührung bedarf um die Tiere zu entspannen. Das "Abschäumen" arbeitet in der Aura des Tieres und ist ideal wenn sich das Tier aus diversen Gründen lieber nicht anfassen lassen möchte. Aber es hilft auch Schmerzen zu lindern ohne dass man die besagte Stelle berühren muss.

Die zweite gelernte Technik kannte ich bereits aus meiner TTouch Grundausbildung. Dort heißt sie Noah's Marsch. Im Shiatsu wird es als "Überlappendes Abstreichen" bezeichnet. Hierbei achtet man auf einen guten Stand oder Sitz (auch dem Therapeuten sollte es bequem sein, da sich ansonsten seine Anspannung auf das Tier überträgt) und streicht danach mit gleichmäßigen Bewegungen mit der flachen Hand über das ganze Tier. Bei großen Tieren, wie zum Beispiel einem Pferd, bewegt man den Körper rhythmisch mit den Bewegungen der Hände mit. Diese Methode wirkt stark durchblutungsfördernd und verhilft den Tieren zu einem besseren Körpergefühl. Gleichzeitig dient es der Kontaktförderung.

Die dritte Technik welche wir an die Hand bekamen, ist das "Ohr kreisen" und "Ohr ausstreichen". Ebenfalls Techniken welche ich bereits aus dem TTouch kenne. Hierbei umfasst man ganz sanft das Ohr des Hundes/Pferdes am Kopfansatz und bewegt es in kreisenden Bewegungen langsam in beide Richtungen. Danach massiert man die Ohrmuscheln ebenfalls mit kreisenden Bewegungen der Finger. Dies nimmt Einfluss auf die Organe aber auch den Kreislauf. Gerade in einem Schockzustand kann man Tiere mit Ohren-Kreisen oder dem Ausstreichen der Ohren den Kreislauf wieder stabilisieren. Es unterstützt aber auch das Immunsystem. 

Nach dem Mittagessen durften wir bereits die ersten Pferde kennenlernen, welche uns in diesem Lehrgang begleiten werden und die drei gelernten Techniken erneut anwenden. Es war sehr beeindruckend zu sehen, wie sehr sich die Pferde bereits nach nur 10min entspannen konnten.

Zurück im Klassenzimmer (im wunderschönen Naturzentrum Thurauen) lernten wir bereits das erste der 5 Elemente kennen: Wasser.

Die Elemente ist eine Thematik welche mich bereits im vorherigen Lehrgang extrem fasziniert hat. Hierbei geht man davon aus, dass in jedem Lebewesen jedes der 5 Elemente vertreten ist. Einige mehr, einige weniger. Meist ist aber eines der 5 Elemente eher im Vordergrund. Weshalb man dann oft von "Wasser-Tieren" oder "Holz-Tieren" spricht. Sind dabei alle Elemente im Gleichgewicht so ist der Organismus gesund. Ist aber auch nur eines der Elemente im Ungleichgewicht so kann dies zu Krankheiten führen. Dem Wasser werden die Meridiane Blase und Niere zugeordnet.

Hier eine kleine Übersicht wenn das Wasser-Element bei Pferden und Hunden im Ungleichgewicht steht:

  • Schreckhaftigkeit, Geräuschempfindlich
  • Dünnes/struppiges Fell
  • Apathisch, depressiv
  • Kann "kalt" haben bei nasskaltem Wetter
  • Frist schlecht
  • Zahnprobleme
  • Arthrose

Sind hingegen Wasser-Tiere im Gleichgewicht so sind sie:

  • Mutig, neugierig, anpassungsfähig
  • Emotional stabil
  • Menschen bezogen
  • Starker Wille
  • Starker Lebenstrieb
  • Lernt schnell

Die Harmonie lässt sich bei Pferd, Hund und Katze mit Trockenheit, Wärme, Sonnenlicht wieder herstellen. Oft benötigt man auch etwas Geduld z.B. beim Training. Möglichst ohne Druck arbeiten. Gerade ältere Tiere benötigen nach wie vor eine Lebensaufgabe. 

Habt ihr ein Wasser-Tier an eurer Seite? Wenn ihr euer Tier noch nicht identifizieren konntet, so seit auf die nächsten Beiträge gespannt wo ich euch auch noch die anderen 4 Elemente vorstellen werde.

Bild: Hier sieht man sehr gut wie sehr der Wallach das Ohren-Kreisen geniesst.