Warum sind Meridiane so wichtig?

Die Arbeit mit den Meridianen hat in der östlichen Medizin eine mehr als 4000jährige Tradition. Aber nicht nur die östliche Medizin, sondern auch die Nordamerikanischen Nativen Völker (wie alle anderen auch) wissen, dass überall um uns Energie fliesst und alles miteinander verbunden ist. In unserer westlichen Welt hat sich über all die Jahrhunderte mehr und mehr die systemgesteuerte Medizin etabliert d.h. die Symptome, wie z.B. Kopfschmerzen werden behandelt, ohne der Ursache auf den Grund zu gehen. Wohingegen die östliche Medizin die Ursachenforschung im Vordergrund hat und so zuerst die Ursache der Kopfschmerzen ergründet wird. Immer mehr im Vormarsch ist bei uns die ganzheitliche Medizin, wo man versucht beide Aspekte bei einer Behandlung einfliessen zu lassen.

Genau deshalb fanden Ende der 80er, Anfangs der 90er Jahre Bestrebungen statt, die Meridiane und seine Verläufe wissenschaftlich zu belegen. Was in diversen Studien erfolgreich gelang.

Jeder Körper verfügt über 12 paarförmig angelegte Meridiane (6 Yin- und 6 Yang-Meridiane) und zwei übergeordneten Gefässen (Zentralgefäss = Mutter aller Yin-Meridiane und das Gouverneursgefäss = Vater aller Yang-Meridiane). Befinden sich diese alle im Gleichgewicht ist der Körper gesund:-).

Die einzelnen Meridiane sind nach den Organen benannt, mit denen sie am meisten korrespondieren (nicht zwingend, woher sie kommen:-)).

Fliessen die Meridiane nicht mehr richtig oder werden sie z.B. von einem operationellen Eingriff mittels einer Narbe unterbrochen, so kann es vor der Narbe zu einer Fülle (Hitze, Schwellung, etc.) kommen und nach der Narbe zu einer Leere (Kälte, Arthrose, etc.).

Ich möchte euch hier jetzt nicht jeden einzelnen Meridian vorstellen (siehe Beitragsbild), dies würde den Rahmen sprengen da ganze Bücher resp. ganze Bibliotheken mit diesen Themen gefüllt werden könnten. Stattdessen möchte ich euch hier einen der Meridiane vorstellen damit ihr etwas ein Gefühl dafür bekommt.

Der Gallenblasen-Meridian:

Ist ein langer Yang-Meridian und beginnt am äusseren Augenwinkel, läuft über die Stirne an der Innenseite des Ohres entlang über den Hals, das Schulterblatt, über die Seite zum Hufthöcker und am Hinterbein aussen entlang bis zur äusseren Mitte des Hinterhufes und "teilt" so das Pferd horizontal in zwei Hälften.

Dieser Meridian unterstützt die Verdauung. Hat eine psychische und schleimlösende Wirkung. Gleichzeitig hat dieser Meridian viel Einfluss auf die Schubentwicklung, Hinterbeintätigkeit und das Selbstbewusstsein des Pferdes. Dies ist sehr hilfreich bei Pferden mit unkoordinierten Bewegungen.

Leider wird genau dieser Meridian viel zu oft durch ein Brandzeichen (hinterlässt Narben) gestört, da dieser Meridian genau mittig durch diese Brandzonen läuft.

Am zweiten Kurstag haben wir sogenannte "Rezepte" in die Hand erhalten, bei welchen, bei Beachtung, sichergestellt wird, dass das sensible Gleichgewicht nicht gestört wird.

Dabei ist es wichtig, dass man bei jeder Behandlung gleich viele Yin- wie Yang-Meridiane gezogen werden.

Zu einem späteren Zeitpunkt in dieser Ausbildung lernen wir dann mit verlässlichen Tests das System / den Organismus eines unserer Patienten nach dem benötigten Meridian zu fragen:-).