Warum Zigarren bei Entspannung helfen können

Keine Angst, ich habe nicht plötzlich angefangen zu rauchen:-).

Mit den Zigarren sind die Moxa-Zigarren aus Beifuss gemeint und sie werden auch nicht geraucht sondern lediglich "verräuchert". Aber dazu nachher mehr. 

Letzten Sonntag durfte ich einen wunderbaren Tag auf dem Aquene Hof in Bösingen verbringen. Dafür bin ich sehr dankbar. Stephanie hat uns beide Kursteilnehmer sehr herzlich in Empfang genommen. Und der neu umgebaute Kursraum im Dachstock verströmt eine solch große Gemütlichkeit, dass man sich sofort hinsetzen mag und den Raum auf sich wirken lässt.

Aber was hat es nun mit diesen Zigarren auf sich?
Moxibustion oder kurz Moxen hat seinen Ursprung in der TCM. Besonders in den kälteren Regionen Chinas findet sie grosse Anwendung aber auch immer wie mehr in Regionen Japans.

Moxibustion ist dazu da, dass Qi in den Meridianen zu stärken. Wer meinen früheren Blog über die Meridiane gelesen hat, ist auch schon einmal auf den Begriff "Moxa" gestossen. Denn damit wurde vor Jahren wissenschaftlich die Laufbahnen der Meridiane mittels Wärmebildern bestätigt.

Beim Moxen werden dickere Zigarren aus der Artemisia vulgaris (Beifuss) verräuchert. Seit jeher ist der Beifuss für seine Reinigende Wirkung bekannt. Aber auch um den Körper und den Geist zu öffnen. So verwundert es nicht, dass diese Pflanze als Räuchermittel in den Raunächten zur Abwehr von bösen Geistern in Häusern und Ställen verwendet wurde und wird.

Das Moxen ist am effektivsten bei den Shu Punkten. Diese Zustimmungspunkte der Meridiane können darüber Aufschluss darüber geben welches Organ Energieblockaden oder Energiemangel aufweist. Die Shu Punkte liegen eine Handbreit neben der Wirbelsäule auf dem Blasenmeridian und hängen direkt mit dem Zentralennervensystem zusammen. Aber selbstverständlich kann jeder andere Akupressur- oder Akupunktur-Punkt "gemoxt" werden.

Moxibustion arbeitet mit Wärme und deshalb findet sie vor allem Anwendung bei Krankheiten mit Yin-Charakter (chronische, degenerative Erkrankungen). Hier einige Beispiele:

  • Asthma
  • Bronchitis
  • Erschöpfungszustände
  • Erkrankungen von Nieren und Blase
  • Arthrosen jeglicher Art
  • Depressive Verstimmungen
  • Magen-Darmbeschwerden (chronisch, nicht Kolik!)
  • Rückenschmerzen

 Um nur einige wenige zu nennen.

Da hier aber mit Wärme gearbeitet wird, gibt es auch ein paar Situationen wo man besser nicht Moxen sollte. Zum Beispiel wenn das Pferd/ der Mensch bereits erhöhte Temperatur resp. Fieber hat. Oder bei akuten Entzündungen. So erstaunt es nicht, dass diese Therapieform vor allem im Winter bei kühleren Temperaturen ihre Anwendung finden. Im Sommer bei über 20 Grad oder mehr werden die Pferde schlicht und einfach nicht hinhalten.

Moxibustion wirkt sehr anregend und sollte deshalb nicht abends bei einem Pferd, welches in der Boxe schläft, angewendet werden. Bei einem Pferd welches im Offenstall lebt, spielt es keine grosse Rolle. Nach der Therapie sollte dem Pferd die Möglichkeit gegeben sein, dass es sich zurückziehen kann und dass es genügend frisches Wasser zur Verfügung hat.

Ich fand es toll, dass wir die Wirkung der Zigarren gleich auch an uns selbst ausprobieren durften.

Also wer seinem Pferdchen in den kalten Monaten etwas Gutes tun will, der soll sich doch bei mir melden:-).