Was Winnetou mit all dem zu tun hat

Alle Jahre um die Weihnachtszeit oder um Ostern sind sie im Fernseher: Meine geliebten Winnetou-Filme. Die Magie dieser Filme bleibt bis heute bestehen. Kurz vor Weihnachten habe ich mir die Biographie von Pierre Brice gekauft...

Wie ihr ja bereits auf meiner Website lesen könnt, bedeutet Kola auf Lakota "Freund". Nur wie kommt es, dass ich mich so zu den Urvölkern Amerikas hinzugezogen fühle und das obwohl ich in einem Dorf in der Schweiz aufgewachsen bin?

Nun die Natives haben mich schon von Kind auf immer irgendwie begleitet. Als kleines Mädchen durfte ich von der Schule aus in ein Indianerlager. Diese Woche dort werde ich nie vergessen. Eine ganze Woche lang lernten wir die Gebräuche und Sitten. Waren in der Natur. Bastelten und kochten. Einzig im Tipi übernachten durfte ich nicht, da ich dafür noch zu klein war:-(. Mein damals selbst gebauter Pfeilbogen hat mich viele Jahre begleitet.

Ein paar Jahre später sah ich dann zum ersten Mal die Filme Winnetou, Schatz im Silbersee und der Ölprinz gemeinsam mit einer lieben Freundin. Wir waren beide sofort Feuer und Flamme. Dabei gefiel uns nicht nur die Landschaft (die Filme wurden alle rund um die Plitvicer-Seen in Kroatien gedreht) sondern natürlich auch die schönen Pferde:-). Winnetous Integrität in seinen Stamm und die Natur brachte uns zum Schwärmen. Es gab für uns keine besseren Helden als dieser mutige Apachen-Häuptling und sein Blutsbruder Old Shatterhand. Gemeinsam spannten wir die Geschichte weiter und schrieben unsere eigenen. Unsere Briefe waren von diesem Zeitpunkt an gespickt mit Apatschi-Wörtern und Kurzgeschichten rund um Indianer und Pferde. Ich las alles was ich in die Hände bekam was irgendwie mit Indianern zu tun hatte. So kam ich auch an das Buch von Gawani Pony Boy welches mir auch noch heute immer wieder aufzeigt wie innige die Beziehung zu einem Pferd sein kann. Daraus kommt auch das Wort Kola. Er bezeichnet sein Pferd als solches. Zu meinem Leidwesen gibt er mittlerweile keine Kurse mehr in der Schweiz.

Die Art und Weise wie die Natives die Welt betrachten, ist etwas das uns in der heutigen schnelllebigen Zeit immer wieder verloren geht. Sie leben mit den Rhythmen der Natur. Nehmen nur so viel wie sie brauchen und wertschätzen alles um sie herum. Mir ist durchaus bewusst, dass dies in der heutigen Zeit auch von den Indianern nicht immer so praktiziert wird. Dafür hat sie die westliche Zeit zu sehr eingeholt. Aber die ursprünglichen Werte dahinter sind etwas, was wir uns wieder öfters zu Gesicht führen sollten!

Seit ich die Ausbildung zur energetischen Pferdetherapeutin gestartet habe, beschäftige ich mich wieder mehr mit der Thematik "Energie". Dabei stieß ich auf das Buch: Indianische Heilkunst von Rudolf Kaiser. Beim Lesen dieses Buches kamen viele Punkte aus meiner aktuellen Ausbildung vor. So wussten doch bereits die Natives dass alles Energie ist. Was in vielen Jahrzehnten wissenschaftlich versucht wird zu belegen, war deren täglicher Inhalt. Den Natives war/ist klar, dass ein Patient immer ganzheitlich angeschaut werden muss. Dabei verknüpften sie den Körper (physisches), den Geist (psychisches) und die Seele (religiöses) miteinander. Ihnen war klar: herrscht irgendwo ein Ungleichgewicht so wird der Mensch krank.

"In der Mehrzahl der Fälle, die ich behandelt habe, kann die Krankheit des Patienten direkt auf eine Verletzung der natürlichen oder der spirituellen Gesetze zurückgeführt werden….dadurch verliert das Individuum seine Balance und (die daraus folgende) Disharmonie verursacht Krankheit - in geistiger, körperlicher, emotionaler oder spiritueller Beziehung." Medicine Grizzlybear Lake

So glauben die Natives auch an das Gute und das Böse. Ihrer Meinung nach ist es aber unnötig das Böse auszulöschen, wie es in anderen Religionen der Fall ist. Im Gegenteil. Die Natives streben ein Gleichgewicht von beidem an. Denn ohne Licht, kein Schatten ohne das Böse gibt es auch nichts Gutes. Das war auch der Hauptgrund warum die Natives mit den Religionen der Weißen nie etwas anfangen konnten. In ihren Augen sind diese Religionen unlogisch und streben ein Ungleichgewicht der natürlichen Gesetze an.

Dies ist vielleicht auch ein Grund weshalb auch ich nie etwas mit den westlichen Religionen anfangen konnte. Obwohl meine Mutter gläubig ist, so konnte ich dies mit mir nie vereinbaren.

Ich glaube aber an das Schicksal, wer oder was dies auch immer lenken mag. Anders kann ich es mir nicht erklären wie ansonsten so ein Pferd wie Harley ausgerechnet bei mir landen sollte. Eigentlich war ich nicht bereit für ein eigenes Pferd und dies obwohl Pferde bereits seit über 20 Jahren meinen Lebensweg begleiten. ABER, und hier kommt das Schicksal ins Spiel: Ohne Harley wäre ich heute nicht da wo ich jetzt bin. Ohne ihn hätte ich wohl nie den Entschluss gefasst doch noch meinen Traum zu verwirklichen und in Richtung Pferdetherapie Weiterbildungen zu belegen. Ohne ihn wäre ich nicht an mir selbst gewachsen (und tue ich noch, davon bin ich überzeugt). Er zeigt mir jedes Mal wieder aufs Neue was wirklich wichtig ist: Das HIER und JETZT.


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